NEUSTART! „Das Feuilleton“ erscheint ab sofort wieder als Printausgabe. Ab 6. November gibt es die neue Ausgabe Nr. 17 in Trafiken und Zeitschriftenhandlungen in ganz Österreich. Es ist ein vorsichtiger Neubeginn. Aber einer, auf den wir uns freuen.
Matthias Greuling, Chefredakteur „Das Feuilleton“
Von 2023 bis 2025 erschien „Das Feuilleton“ in Österreich als Zeitung. Wir haben über Filme und Bücher geschrieben, über Theater, Gesellschaft, Medien und Politik – vor allem aber über jene Fragen, die sich nicht in einer Schlagzeile erledigen lassen. Dann mussten wir das gedruckte Erscheinen einstellen. Was blieb, war die Überzeugung, dass es für diese Art des Journalismus ein Publikum gibt. Und auch dieses Publikum blieb.
Denn nach dem Abschied erreichten uns zahlreiche E-Mails. Menschen schrieben uns, dass sie die Zeitung vermissten, ihre Texte, ihre Eigenständigkeit, ihren Blick auf die Welt. Manche fragten, wann es online weitergehe. Viele wollten ausdrücklich wissen, ob „Das Feuilleton“ nicht auch in gedruckter Form zurückkehren könne. Es waren keine Marktforschungsdaten und keine anonymen Klickzahlen, sondern persönliche Nachrichten von Leserinnen und Lesern, die uns in Erinnerung riefen, warum wir dieses Projekt überhaupt begonnen hatten. Dafür möchten wir uns bedanken.

Zunächst haben wir unsere Arbeit im Internet wieder aufgenommen. Das erlaubt uns, rascher auf Ereignisse zu reagieren, neue Stimmen einzuladen und Themen aufzugreifen, für die eine Zeitung manchmal zu spät käme. Aber gerade weil wir das Digitale schätzen, wissen wir, was ihm fehlt: das Blättern, das zufällige Entdecken einer Geschichte, die man nie gesucht hätte, und jene eigentümliche Ruhe, die sich einstellt, wenn ein Text nicht zwischen zwei Benachrichtigungen gelesen werden muss.
Deshalb wagen wir jetzt auch die Rückkehr zum Print. Mindestens vier Ausgaben sollen jährlich erscheinen, geplant sind für 2027 sechs Ausgaben. Nicht als nostalgisches Gegenprogramm zum Internet, sondern als dessen Ergänzung: sorgfältig komponierte Ausgaben mit ausführlichen Reportagen, Essays, Gesprächen und Kritiken. Kultur bleibt unser Ausgangspunkt, doch von dort führt der Weg mitten hinein in die gesellschaftlichen und politischen Debatten der Gegenwart. Wir wollen Zusammenhänge sichtbar machen, statt bloß Aufregung zu erregen; wir wollen widersprechen dürfen, ohne uns dem täglichen Zwang zur Zuspitzung zu unterwerfen.

Wir machen diesen Schritt allerdings mit bescheidenen Mitteln. Ein unabhängiges Medium entsteht nicht allein aus Begeisterung, und eine gedruckte Zeitung schon gar nicht. Papier, Druck, Vertrieb und vor allem gute journalistische Arbeit kosten Geld. Darum bitten wir auch um ein wenig Nachsicht, wenn bei den ersten Ausgaben noch nicht alles so vollkommen ist, wie wir selbst es gerne hätten. Manches wird zunächst kleiner ausfallen, manches noch nicht ganz rund sein. Unser Anspruch an die Texte soll darunter nicht leiden. Aber wir werden lernen, verbessern und wachsen müssen.
Ob aus diesem Neubeginn eine dauerhafte Rückkehr wird, liegt nicht nur an uns. Es liegt auch an Ihnen, unseren Leserinnen und Lesern: daran, ob Sie die gedruckten Ausgaben in die Hand nehmen, uns weiterempfehlen und unser Vorhaben unterstützen. Wir versprechen keine Wunder und keine fertige Erfolgsgeschichte. Wir versprechen Aufmerksamkeit, Neugier, Unabhängigkeit und die Liebe zum geschriebenen Wort, mit der alles angefangen hat.
Die Zeitung war eine Zeit lang verschwunden. Die Idee dahinter nie. Nun bekommt sie wieder Seiten, die man umblättern kann.
Willkommen zurück – und schön, wenn Sie uns auf diesem Weg begleiten.
Sie können unsere aktuelle Ausgabe (vorerst nur) per Email bestellen, und zwar hier: greuling(at)feuilleton.online
Preis: EUR 6,00 zuzüglich. Porto (EUR 3,10)
